Eingemeindung von Kleinrückerswalde nach Annaberg am 1. Januar 1912 - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Eingemeindung von Kleinrückerswalde nach Annaberg am 1. Januar 1912

1937 > 1937-01

Unser Ortsteil Kleinrückerswalde kann in diesen Tagen auf die 25. Wiederkehr eines denkwürdigen Tages zurückblicken. Mit dem 1. Januar 1912 hörte die jahrhundertealte Gemeinde Kleinrückerswalde auf, selbständig zu sein. Sie schied damit aus dem Kreis der Ortschaften, deren Verfassung sich nach den Bestimmungen der Landgemeindeordnung vom 24. April 1873 regelte, die seinerzeit auf alle Ortschaften im Sachsenlande Ausdehnung fand, die nicht ausdrücklich als Städte Anerkennung gefunden hatten.

Der Tag der Eingemeindung – es war ein Sonnabend – war in einen festlichen Rahmen gekleidet. Markt und Straßen der Stadt Annaberg und des heutigen Ortsteiles trugen reichen Fahnenschmuck. Das Annaberger Rathaus, in dem sich der feierliche Akt vollzog, war prächtig illuminiert, vom Balkon grüßte ein erzgebirgisches Glückauf.

Im Rathaus, das im Grünschmuck prangte, hatten sich die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden zu der Feierstunde zusammengefunden. Im Auftrage der damaligen Staatsregierung übergab der seinerzeitige Amtshauptmann Dr. Weißwange die Gemeinde Kleinrückerswalde dem Bürgermeister von Annaberg und verknüpfte damit die besten Wünsche. Für die Gemeinde Kleinrückerswalde sprach der damalige Gemeindevorstand Siegel Worte des Abschieds. Bürgermeister Wilisch, in dessen Händen damals die Leitung der Geschicke der Stadt Annaberg lag, bezeichnete den Tag der Einverleibung als einen wichtigen Abschnitt und Markstein in der Geschichte von Annaberg und Kleinrückerswalde. Wichtig und bedeutungsvoll vor allem für die Gemeinde Kleinrückerswalde, die damit aufhörte, ein selbständiges Gemeinwesen mit eigener Verwaltung in politischer und schulischer Hinsicht zu sein. Interessant sind die Darlegungen des Bürgermeisters Wilisch, die er über die Ortsgeschichte von Kleinrückerswalde machte. Wir entnehmen unserem Jahrgang 1912 folgendes:

Die Einwohnerzahl von Kleinrückerswalde betrug am Tage der Einverleibung – also am 1. Januar 1912 – etwa 1900. Sie war in den letzten 25 Jahren (von 1885 – 1910) um das doppelte gestiegen, demm im Jahre 1885 wurden in Kleinrückerswalde 972 Personen gezählt. Während im Jahre 1862 nur 420 Einwohner vorhanden waren, belief sich ihre Zahl im Kriegsjahre 1870 schon auf etwas über 900. Sie sank dann wieder vorübergehend um 275 Personen, weil im Jahre 1871 ein nicht unbeträchtlicher Teil der Gemeindeflur teils nach Annaberg, teils nach Buchholz ausbezirkt wurde.


130. Jahrgang, Nr. 1, 3. Januar 1937
Druck und Verlag: Felix Thallwitz i. Fa. C. O. Schreiber. Verantwortlich für die Schriftleitung: Willy Thallwitz, Annaberg.


INHALT:

  • Eingemeindung von Kleinrückerswalde nach Annaberg



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