Von den alten Kirchen des Obererzgebirges. - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Von den alten Kirchen des Obererzgebirges.

1929 > 1929-11
Artikelserie von B. S.

Buchholz.
Im dritten Jahre nach der am 7. November 1501 erfolgten Gründung der Stadt Buchholz, um Johanni 1504, legten Bergleute den Grundstein zur „Heiligen Dreifaltigkeitskirche“, wie diese nach ihrer Vollendung 1529 bis zu ihrer Erneuerung (1875 – 1877) über 345 Jahre hindurch bestanden hat und wie sie auf allen alten Buchholzer Stadtbildern (wie W. Dilich Federzeichnungen etc.) zu sehen ist.

Urkundlich erwähnt wird nach L. Bartzsch der Kirchenbau zu Buchholz im Jahre 1506; „indes wurde früher mit demselben begonnen“ (eben 1504, nach Dr. Schmidt´s Kirchen- und Glocken-Chronik). Der kurf. Zehntner Martin Fuchs zu Schneeberg hatte nach einem Schreiben vom 10. November 1506 Befehl erhalten, „den Kirchenbau zu Buchholz zu besichtigen und wahrhafte Erkundigung einzuholen, wie es damit stehe usw.“. Fuchs meldete seinerzeit hierzu, „es sei im letzten Sommer redlich gebauet worden, doch habe er nicht gefunden, daß jemand etwas Redliches dazu gebe“. — 1512 war der Bau so weit gefördert, daß er provisorisch zu gottesdienstlichen Handlungen benutzt werden konnte. Im gleichen Jahre erfolgte auch der Guß der großen Glocke, die bis 1875 auf dem Turme hing. Sie trug die Aufschrift: „O adoranda Trinitas et veneranda Unitas“.

Daß die Kirche ursprünglich der Heiligen Dreifaltigkeit und erst viel später der St. Katharina geweiht worden ist, beweist ein Schriftstück vom Jahre 1512, das sich im Ernestinischen Gesamtarchiv in Weimar befindet. Hinsicht der „pfarkirch allhie“ berichtet die Gemeinde Buchholz an die kurfürstlichen Räte, daß man „einen loblichen teglich geübten gotsdinst Aufgericht, wodurch die Heilig trinitet (alß patron) teglich nit wenig mit lob erlich Erhoben“.

Bis 1514 ruhte der Bau zwei Jahre, 1520 wurden die Fenster eingebaut; eines derselben zeigte in Glasmalerei die Heilige Dreieinigkeit. Gebaut wurde die Kirche aus Einkünften aus dem Silberbergbau und sonstigen Zuwendungen. Zur Vollendung kam die Kirche in katholischer Zeit nicht mehr. Nach der 1524 in Buchholz eingeführten Reformation wurde immer noch daran gebaut. Bei der ersten evangelischen Kirchenvisitation 1529 soll sie jedoch vollendet gewesen sein und bestände demnach das Buchholzer Gotteshaus im gegenwärtigen Jahr 400 Jahre. Wenn in den Jahren 1537 und 1539 immer noch von Bauzuwendungen die Rede ist, so handelt es sich dabei um die Errichtung der Kirchmauer, also um die das Plateau stützende Mauer, auf der die Kirche steht.

Bis 1514 ruhte der Bau zwei Jahre, 1520 wurden die Fenster eingebaut; eines derselben zeigte in Glasmalerei die Heilige Dreieinigkeit. Gebaut wurde die Kirche aus Einkünften aus dem Silberbergbau und sonstigen Zuwendungen. Zur Vollendung kam die Kirche in katholischer Zeit nicht mehr. Nach der 1524 in Buchholz eingeführten Reformation wurde immer noch daran gebaut. Bei der ersten evangelischen Kirchenvisitation 1529 soll sie jedoch vollendet gewesen sein und bestände demnach das Buchholzer Gotteshaus im gegenwärtigen Jahr 400 Jahre. Wenn in den Jahren 1537 und 1539 immer noch von Bauzuwendungen die Rede ist, so handelt es sich dabei um die Errichtung der Kirchmauer, also um die das Plateau stützende Mauer, auf der die Kirche steht.
Die Buchholzer Kirche um 1839.
Das obenstehende Bild (eine bisher noch unveröffentlichte Stadtansicht von Buchholz und aus der Zeit vor etwa 90 Jahren stammend) zeigt uns die heutige gotische Katharinenkirche in ihrem alten Stil mit dem kleinen Türmchen als Dachreiter. Friedlich weiden im Vordergrund auf der ehemals Sühnel´schen Wiese (jetziger Schießhausplatz, Talstraße) die Schafe an den Ufern der Sehma.

Vom April 1875 bis zum 1. August 1877 wurde die Kirche stilgemäß nach den Plänen des Geh. Baurates Möckel um- und ausgebaut sowie mit dem uns wohlbekannten Turm (67,75 Meter hoch) geziert, wie er heute das Buchholzer Stadtbild überragt.

(Fortsetzung folgt.)

Erzgebirgisches Sonntagsblatt 122. Jahrgang, Nr. 11, 17. März 1929, S. 1

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