Bilder aus dem Obererzgebirge. - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Bilder aus dem Obererzgebirge.

1934 > 1934-29
Alles für die Heimat!
Ottomar Zahm
Ottomar-Zahm-Steig
(Photo: Meyer-Scheibenberg.)
In jahrelanger Arbeit hat der 59jährige Polier Ottomar Zahm aus Scheibenberg nach dem bisher unzugänglichen Wildeck am Scheibenberg einen Steig gebaut, der durch unwegsames Gelände zu den schönsten Aussichtspunkten des Scheibenbergs führt. Mehr als 300 Stufen weist dieser Steig auf, der in kurzen Abständen steinerne Ruhebänke aufweist und seine Krönung fand mit der Anlegung eines großen Aussichtsplateaus, das mit einer Schutzhütte versehen und durch bunte Blumenanlagen und Rastgelegenheiten verschönt wurde. Unser Bild links zeigt den Erbauer des Steiges, der mit seinem anerkennungswerten Werke treu der Heimat gedient hat, rechts die Schutzhütte auf dem Aussichtsplateau.
Riesiges Großfeuer in Niederschmiedeberg.
Die Papierfabrik erleidet unermeßlichen Schaden.

In der Nacht vom 11. zum 12. Juli kam während des Schichtwechsels an der Triebseite der modernen Druckpapiermaschine im Parterre ein kleines Feuer auf, dem man sofort mit über 20 Feuerlöschapparaten zu Leibe rückte. Es gelang auch, den Brandherd abzulöschen; durch einige weitere Umdrehungen der Maschine aber brach das Feuer neu aus, wurde nach einem Entlüftungsschacht übertragen und gelangte von dort aus in das reichhaltige Papierlager.

Binnen weniger Minuten stand das umfangreiche Fabrikgebäude in hellen Flammen.
Mehrere Ueberlandspritzen, darunter die aus Annaberg, Marienberg und Jöhstadt hatten mit der Ortswehr und Wehren benachbarter Gemeinden bis in die fünfte Morgenstunde emsig und unermüdlich zu schaffen, um das Riesenfeuer einzudämmen. Gerettet werden konnten lediglich das Schleifereigebäude und die Transformatorenstation. Die Feuerwehr, die das Großfeuer mit 27 Schlauchleitungen bekämpfte, arbeitete geradezu todesmutig und es ist als ein Wunder zu bezeichnen, daß keinerlei Verletzungen vorgekommen sind. Auch die Gefahr einer Kesselexplosion wurde durch beherztes und rechtzeitiges Eingreifen unterbunden. Die Brandstätte selbst bietet ein Bild furchtbarster Verwüstung. Starke Eisenträger sind gebogen wie dünner Draht, massive starke Decken sind durchbrochen, verkohlte Balken, angekohlte Papierballen sind letzte Zeugen des Großfeuers.

Wie uns von der Betriebsleitung mitgeteilt wird, erleidet der Betrieb keine Unterbrechung; er wird mit der zweiten Papiermaschine fortgeführt. Der Rest der Belegschaft ist bereits mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt, so daß die über 200 Mann starke Belegschaft in arbeit und Brot bleibt. (T. A. W.-Photodienst.)
50 Jahre treue Ehegemeinschaft

Ihr 50jähriges Ehejubiläum konnten am 29. Juni die Eheleute Gotthilf Hermann Bayer und Frau Minna geb. Reuter, Bärenstein-Kühberg, begehen. Die Einsegnung des treuen Paares fand in der Erlöserkirche statt. Wir entbieten den sich noch bester Rüstigkeit erfreuenden Ehekameraden auch von dieser Stelle aus aufrichtige Glückwünsche.

Illustriertes
Erzgebirgisches Sonntagsblatt
Nr. 29 v. 15. Juli 1934


Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt 127. Jahrgang, Nr. 29, 15. Juli 1934, S. 7

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